Johann Georg Sulzers Korrespondenzen – Editorische Notiz

Zur Textkonstitution

Briefe sind persönliche Lebenszeugnisse und tragen Spuren einer individuellen Entstehung, die bei der Textkonstitution Berücksichtigung finden muss. Die Brieftexte wurden nach der Originalhandschrift buchstaben- und zeichengetreu, aber nicht positionsgetreu konstituiert.

Unabhängig von der handschriftlichen Vorlage beginnen Satzanfänge stets mit einem Großbuchstaben und Satzenden schließen mit einem Schlusszeichen. Orts- und Personennamen werden stets groß geschrieben. Die Position der Anrede- und Grußformeln wurde vereinheitlicht und links- bzw. rechtsbündig gesetzt.

Erkennbar längere Freiräume zwischen Sätzen wurden durchgängig als Umbrüche interpretiert und im gesamten Text als Absatz umgesetzt. Im Schriftbild beider Briefschreiber ist zudem oft nicht zu unterscheiden, ab welcher Größe eine Lücke zwischen zwei Wörtern als Abstand zu werten ist. Hier wurde je nach Fall entschieden und individuell eine Anpassung an die Gewohnheiten des jeweiligen Schreibers oder, in nicht zu klärenden Zweifelsfällen, an heutige Schreibkonventionen vorgenommen. Binnenmajuskeln wurden beibehalten. Kustoden in der Originalhandschrift wurden im Druck stillschweigend aufgelöst. Die (seltenen) Verschreibungen wurden im Apparat korrigiert und nicht im Brieftext emendiert.

Die Unterscheidung zwischen deutscher und lateinischer Schreibschrift wird durch Kursivierung wiedergegeben. Textverluste im Original, z. B. durch Siegelausriss oder Streichungen, die auch nicht mehr durch eine Abschrift rekonstruierbar sind, werden durch [XXX] gekennzeichnet.

Das ÿ wird als y wiedergegeben. I und J werden in Handschriften des 18. Jahrhunderts nicht unterschieden. In der Transkription wird vor einem Vokal ein J gesetzt (z. B. Jahr, Jezo) und vor einem Konsonanten ein I (z. B. Ich, Ihr, Izt).

Worttrennungen sowie der Geminationsstrich über n und m wurden stillschweigend aufgelöst.

Abkürzungen wurden beibehalten. Suspensionsschlingen wurden ebenfalls nicht aufgelöst, sondern mit einem Punkt abgekürzt. Verschleifungen wurden stillschweigend aufgelöst. Eindeutig ausgeschriebene Endungen wurden nicht korrigiert. Grafische Varianten von Zeichen, z. B. doppelte Bindestriche, verschiedene Formen von Abkürzungszeichen oder historische Klammerformen, wurden stillschweigend vereinheitlicht und in der heutigen Schreibweise dargestellt.

Zur Kommentierung

Der Anmerkungsteil bezieht sich auf die edierten Brieftexte und die Briefbeilagen. Er gliedert sich in die Abschnitte Überlieferung, Datierung, Anschrift, Einschluss und mit gleicher Sendung, Vermerke und Zusätze, Lesarten, Eigenhändige Korrekturen und Stellenkommentar. Wenn es keine Informationen zu dem jeweiligen Abschnitt gibt, wird dieser nicht dargestellt.

Im Abschnitt Überlieferung werden unter H: Informationen zum Standort der Handschrift gegeben. Auf Erstdrucke wird unter E: mit der abgekürzten bibliografischen Angabe (z. B. Körte 1804) hingewiesen. Folgedrucke sind hier nicht verzeichnet.

Der Abschnitt Datierung diskutiert erschlossene oder korrigierte Datierungen.

Im Abschnitt Anschrift werden alle überlieferten Adressen auf den Briefbögen sowie postalische Informationen zur Lieferung der Sendung mitgeteilt. Zusätzliche Kürzel und Zeichen auf der Anschriftseite werden nicht wiedergegeben.

Die Briefe wurden häufig von Beilagen und Einschlüssen begleitet. Diese sind im Abschnitt Einschluss und mit gleicher Sendung verzeichnet. Dabei handelte es sich meist um Briefe von Dritten oder an Dritte, handschriftliche Manuskripte, eigene Druckwerke oder Druckwerke Dritter, aber auch naturkundliche Objekte (z. B. Pflanzensamen) sowie Kupferstiche, Porträts oder in einem Fall sogar Stofffäden. Die Beilagen sind häufig nicht überliefert. Überlieferte eingeschlossene Briefe oder literarische Entwürfe, die noch nicht gedruckt vorliegen, werden im Anschluss an den Brief wiedergegeben und im Verzeichnis der Briefe nachgewiesen. Einige der ermittelten Porträts und Kupferstiche werden abgebildet.

Im Abschnitt Vermerke und Zusätze sind handschriftliche Zusätze und Notizen des Empfängers oder anderer Schreiber wiedergegeben. Insbesondere Bodmer hinterließ zum Teil umfangreiche Notizen und Vermerke in Sulzers Briefen. Bei Sulzer beschränkten sich die Zusätze meist auf Datumsangaben, die wohl im Zuge seiner Sichtung, Ordnung und Abschrift der Korrespondenz eingefügt worden sind. Bearbeitungsspuren Dritter (z. B. Rahmungen, Streichungen und handschriftliche Annotationen) werden ebenfalls vermerkt. Spuren der archivalischen Erschließung werden hingegen nicht wiedergegeben. Zudem finden sich hier Angaben über Siegel, Siegelreste und Siegelausrisse.

Eigenhändige Korrekturen bezeichnen alle innerhandschriftlichen, von den Verfassern verantworteten Selbstkorrekturen. Sie umfassen Streichungen, Ergänzungen und Überschreibungen. Buchstabenansätze werden nicht berücksichtigt.

Im Abschnitt Übersetzung werden fremdsprachige Briefe ins Deutsche übersetzt.

Der forschungs- und quellengestützte Stellenkommentar soll den Nutzerinnen und Nutzern Hinweise zum Verständnis der Brieftexte geben. Er umfasst Erläuterungen insbesondere zu biografischen, bibliografischen, werk- und literaturgeschichtlichen, sprachlichen, historischen und politischen Aspekten und Kontexten sowie Nachweise von Zitaten.